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RÖHLINGER SECHTANARREN / Narrenbaum wurde aufgestellt
Der Wanderpokal wandert aus
Bereits zum achten Male hat das "Wilde Heer" der Röhlinger
Sechtanarren (RöSeNa) am Samstag einen Narrenbaum aufgestellt. Dennoch
gab es heuer einige Änderungen im Programm: Der Festzug, mit dem der
Baum durchs Dorf gekarrt wurde, startete erstmals an der Sechtahalle und
führte - ebenfalls erstmals - über die Hauptstraße.
ELLWANGEN-RÖHLINGEN Das Aufstellen
des Röhlinger Narrenbaums zieht von Jahr zu Jahr immer mehr Narrengruppen
und Zuschauer an: Mehrere Hundert Kostümierte und Nichtkostümierte
säumten am Samstag die Straßen und bevölkerten den Platz
am Feuerwehrgerätehaus. Aus der Kernstadt waren eine Abordnung des
FCV, die Feuerteufel und Mannen der Narrenpolizei (NaPo) sowie Tintenschlecker
und Virngrundkrähen gekommen; aus dem Virngrund waren zudem die Pfahlheimer
Limesnarren und Stödtlener Faschingsfreunde angereist. Auch Rudi Jährling,
der Ehrenbrauchtumsrat der Württembergischen Karnevalsvereine, war
da.
Der diesjährige Marsch durch das Dorf, bei dem der Narrenbaum mit
einem Pferdefuhrwerk durchs Dorf gekarrt wird, war für das "Wilde
Heer" etwas ganz besonderes: Zum ersten Mal startete der Zug an der
Sechtahalle und zum ersten Mal zogen die Röhlinger Sechtanarren auf
der Hauptstraße zum Feuerwehrgerätehaus.
Hintergrund dieser "Neuerung" ist das Narrengericht 2006: Es
hatte Ortsvorsteher Gerhard Aldinger seinerzeit dazu verdonnert mit einer
entsprechenden Straßensperrung den lang ersehnten Zug über die
Hauptstraße zu ermöglichen. Offensichtlich rannte Aldinger -
mit dem höchstrichterlichen Urteil im Handgepäck - bei der Stadtverwaltung
offene Türen ein. In jedem Fall wurde konnte die Sperrung schlussendlich
erfolgreich durchgesetzt werden. . .
Alles anders
Aber nicht nur in Sachen Straßensperrung gab es eine Neuerung:
Josef Thomer aus Dettenroden, der den Narrenbaum seit jeher mit einem
Fuhrwerk transportiert, hatte erstmals drei Rösser angespannt. Der
grüne Jäger und das "Wilde Heer" eskortierten das
Pferdefuhrwerk, die "Röhling Stones", die Röhlinger
Guggenmusiker, marschierten erstmals - und anstelle der Stödtlener
Molgebach-Gugga - als Schlusslicht mit. Ein gewohntes Bild hingegen:
die "Dominos", einer Abordnung des Röhlinger Musikvereins,
führte den Umzug an. Das war noch nie anders. . .
Am Feuerwehrgerätehaus angekommen, wurde der Baum dann mit verschiedenen
Tafeln bestückt und mit der Wurzel nach oben aufgestellt. Auf den
Tafeln sind ein Bär, der eine weiße Fahne schwenkt, ein Fußball,
ein zugenageltes Fenster und ein Ziegenbock zu sehen. Maskenmeister Peter
Bauer verwies auf die Tafeln, die jeweils für eine Person stehen,
die am Faschingsdienstag beim Narrengericht angeklagt wird. Für
die Missetäter sei die Teilnahme am Narrengericht Pflicht, erklärte
Bauer.
Im Namen des Wilden Heeres bedankte er sich beim Spender des Baumes Franz
Seckler sowie der Familie Thomer für das Bereitstellen des Holzfuhrwerks.
Die fünfte Jahreszeit könne beginnen, befand Bauer abschließend,
und lud zur Party in den Narrenstall.
Kaum aufgestellt, wurde der Baum bei der anschließenden Narrenparty,
die vermutlich das letzte Mal im Narrenstall stattfand (die Sechtanarren
bauen sich bekanntlich ein neues Domizil), wieder verlost. Bettina Maier
aus Hüttlingen, Guggenmusikerin der "Röhling Stones",
bekommt den 15 Meter langen Stamm ofenfertig vors Haus geliefert.
Das DJ-Team Franz und Ludwig sorgte im Narrenstall in bewährter
Weise für Stimmung und moderierte nebenbei den Karaoke-Wettbewerb.
Angie Pöhler von der NaPo versuchte das Publikum mit dem "Böhmischen
Traum", dem Clubsong der Härtsfelder Musikanten, zu begeistern.
Auch der herzzerreißende Hit "Hallo Klaus", den Pöhler
im Duett mit dem Musiker Klaus Böhm sang, brachte die Sängerin
nicht weiter: Als Angie Pöhler zum Mikro griff war der Wettbewerb
bereits vorbei und der Wanderpokal vergeben.
Unter den insgesamt 22 Teilnehmern hatte Katie Qualle mit ihrer - in
astreinen Englisch - gesungenen Version des Popsongs "Wake me up
before you gogo" und der Zugabe "Country roads" das Rennen
gemacht.
Nur allzu gerne überreichte der "Master of Desaster",
Faschingsprinz Alois II., den Wanderpokal an die attraktive Siegerin.
Da Katie Qualle nicht aus Röhlingen, sondern aus Milwaukee/USA stammt,
beobachtete das DJ-Team die Siegerehrung etwas skeptisch. Man befürchtet
der Wanderpokal könne damit für immer in die Staaten "auswandern". |